Wie erkenne ich, was ein Männchen und was ein Weibchen ist ?

Bei sehr jungen Bufo-Alvarius-Kröten ist das Geschlecht äußerlich häufig noch nicht sicher zu erkennen. Bei meinen eigenen Nachzuchten zeigten sich erste Unterscheidungsmerkmale teilweise nach ungefähr fünf bis sechs Monaten. Dieser Zeitraum ist jedoch lediglich meine persönliche Beobachtung und keine feste Altersgrenze.


Das deutlichste äußerlich erkennbare Merkmal sind bei Männchen die Brunstschwielen an den inneren Fingern der Vorderhände. Sie können hellbraun, dunkelbraun oder nahezu schwarz erscheinen und fühlen sich rauer beziehungsweise stärker verhornt an als die übrige Haut.

Die Ausprägung kann sich abhängig von Alter, Entwicklung und Fortpflanzungsphase verändern. Bei jungen Männchen können die Schwielen zunächst sehr blass oder nur an einzelnen Fingern sichtbar sein. Später können sie sich deutlicher entwickeln und auf mehreren inneren Fingern erkennbar werden.

Das Fehlen deutlich sichtbarer Brunstschwielen beweist bei einem jungen Tier nicht automatisch, dass es sich um ein Weibchen handelt. Auch außerhalb der Fortpflanzungsphase können die Schwielen weniger ausgeprägt sein.

Weitere Hinweise können Körpergröße, Körperform, Stärke der Vorderbeine und das Rufverhalten geben. Diese Merkmale sind für sich allein jedoch nicht zuverlässig und sollten nur ergänzend berücksichtigt werden.

Männliche Bufo-Alvarius-Kröten besitzen einen reduzierten Kehlsack und können vergleichsweise schwache Rufe abgeben. Ein Männchen kann außerdem einen kurzen Abwehrruf äußern, wenn es von einem anderen Männchen umklammert wird. Ein Tier, das nicht ruft, ist dadurch aber nicht automatisch ein Weibchen.

Das Männchen

Das zuverlässigste äußerliche Merkmal eines ausreichend entwickelten Männchens sind die Brunstschwielen an den Vorderhänden.

Sie befinden sich auf der Innenseite der Hand beziehungsweise an einem oder mehreren der zum Körper hin gelegenen Finger. Je nach Alter und Fortpflanzungsphase können sie unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Bei jungen Männchen sind die Schwielen manchmal zunächst nur hellbraun und kaum zu erkennen. Bei älteren oder fortpflanzungsbereiten Tieren können sie deutlich dunkler, rauer und stärker verhornt erscheinen.

Diese Brunstschwielen helfen dem Männchen, das Weibchen während des Amplexus sicher festzuhalten. Die Anzahl der deutlich sichtbaren Schwielen kann zwischen einzelnen Tieren und zu unterschiedlichen Zeiten variieren.

Zusätzliche Hinweise können sein:

– deutlich erkennbare braune bis schwarze Brunstschwielen
 – während der Fortpflanzungsphase kräftiger wirkende Vorderbeine
 – ein schwacher Paarungsruf
 – ein kurzer Abwehrruf, wenn das Tier von einem anderen Männchen umklammert wird
 – häufig eine etwas kleinere oder schlankere Körperform als bei einem ausgewachsenen Weibchen

Diese ergänzenden Merkmale sind jedoch nicht in jedem Fall eindeutig. Besonders Körpergröße, Kopfform und Körperbau können sich zwischen einzelnen Tieren überschneiden.

Auch ein besonders agiler, kräftiger oder lebhafter Ausdruck ist kein wissenschaftlich zuverlässiges Geschlechtsmerkmal. Solche Unterschiede können als persönliche Beobachtung beschrieben werden, sollten aber nicht allein zur Geschlechtsbestimmung dienen.

Rechts im Bild:
Ein ausgewachsenes Männchen mit deutlich erkennbaren dunklen Brunstschwielen an den inneren Fingern.

Auf den weiteren Bildern:
Männchen unterschiedlichen Alters mit verschieden stark ausgeprägten Brunstschwielen. Bei jungen Tieren können sie zunächst blass und nur an einzelnen Fingern sichtbar sein. Bei älteren Tieren können mehrere Finger deutlich dunkle Schwielen zeigen.

Das Weibchen

Ein ausgewachsenes Weibchen besitzt normalerweise keine deutlich ausgeprägten, rauen und verhornten Brunstschwielen wie ein Männchen.

Die Fingerspitzen oder einzelne Hautbereiche an den Händen können dennoch von Natur aus bräunlich oder dunkler gefärbt sein. Eine normale Hautfärbung darf deshalb nicht mit den deutlich raueren und stärker verhornten Brunstschwielen eines fortpflanzungsfähigen Männchens verwechselt werden.

Bei jungen Tieren ist eine sichere Bestimmung allein durch das Fehlen der Schwielen schwierig. Es kann sich um ein Weibchen handeln, aber auch um ein noch nicht ausreichend entwickeltes Männchen.

Ergänzende Hinweise auf ein Weibchen können sein:

– keine deutlich erkennbaren verhornten Brunstschwielen
 – bei ausgewachsenen Tieren häufig ein breiterer oder kräftigerer Körperbau
 – teilweise ein rundlicherer Körper, besonders vor der Eiablage
 – normalerweise kein Paarungsruf und kein typischer männlicher Abwehrruf

Auch diese Merkmale sind nicht absolut zuverlässig. Ein schlankes Tier kann ein Weibchen sein, während ein gut genährtes Männchen sehr kräftig wirken kann.

Kopflänge, Gesichtsausdruck, Stärke der Vorderbeine und das von mir wahrgenommene „Wesen“ des Tieres können meine persönliche Einschätzung ergänzen. Sie sollten jedoch nicht als sichere biologische Geschlechtsmerkmale dargestellt werden.

Rechts im Bild:
Eine junge weibliche Kröte ohne deutlich erkennbare Brunstschwielen.

Auf den weiteren Bildern:
Ältere weibliche Kröten, bei denen an den inneren Fingern keine rauen, dunklen und verhornten Brunstschwielen erkennbar sind.


Zusammenfassung

Am zuverlässigsten lässt sich ein entwickeltes Männchen an den deutlich erkennbaren Brunstschwielen der Vorderhände bestimmen.

Das Fehlen dieser Schwielen ist besonders bei jungen Tieren noch kein sicherer Beweis für ein Weibchen. Körpergröße, Körperform, Kopfform, Vorderbeine und Verhalten können zusätzliche Hinweise geben, reichen für sich allein aber nicht für eine zuverlässige Geschlechtsbestimmung aus.

Bei Unsicherheit ist es sinnvoll, die weitere Entwicklung des Tieres abzuwarten und die Hände über einen längeren Zeitraum zu beobachten.