DEUTSCHE FASSUNG

 Die vollständige englische Fassung finden Sie weiter unten auf dieser Seite. 

Angaben zum Halter und Züchter

Name:
Michael Fischer

Straße:
Meißnerstraße 5

PLZ und Ort:
37297 Berkatal

Land:
Deutschland

Telefon:
+49 (0) 179 4878260

E-Mail:
[email protected]

Homepage:
bufoalvarius.info

Allgemeine Hinweise

Diese Haltungsbeschreibung verbindet allgemein bekannte Informationen über die Art mit meinen persönlichen Erfahrungen aus der langjährigen Haltung und Beobachtung dieser Tiere.

Die angegebenen Werte sind als praktische Richtwerte zu verstehen. Jedes Haltungssystem unterscheidet sich hinsichtlich Größe, Belüftung, Beleuchtung, Einrichtung, Gruppenzusammensetzung und Umgebungstemperatur. Entscheidend ist deshalb immer auch die aufmerksame Beobachtung der einzelnen Tiere.

Bei Erkrankungen, auffälligem Verhalten, deutlichem Gewichtsverlust, Hautveränderungen, Verletzungen oder Problemen während der Winterruhe sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden, der Erfahrung mit Amphibien besitzt.

Artname

Wissenschaftlicher Artname:
Incilius alvarius (Girard, 1859)

Wissenschaftliches Synonym:
Bufo alvarius

Deutsche Namen:
Coloradokröte, Sonora-Wüstenkröte

Englische Namen:
Sonoran Desert Toad, Colorado River Toad

Der heute anerkannte wissenschaftliche Name lautet Incilius alvarius. Die frühere Bezeichnung Bufo alvarius ist weiterhin weit verbreitet und wird auch im Eigennamen „Bufo Alvarius Permakultur“ verwendet.

Gefährdungsstatus

IUCN-Kategorie:
Least Concern (LC) – nicht gefährdet

Diese Einstufung beschreibt die weltweite Gefährdungssituation der Art. Sie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass für Haltung, Zucht, Erwerb, Einfuhr oder Weitergabe keine gesetzlichen Vorschriften gelten. Die jeweils aktuellen Bestimmungen müssen unabhängig vom IUCN-Status geprüft werden.

Größe und Gewicht

Kopf-Rumpf-Länge erwachsener Tiere:
etwa 11 bis 19 cm

Männchen bleiben in der Regel kleiner und leichter als Weibchen. Besonders große Weibchen können eine Körperlänge von ungefähr 19 bis 20 cm erreichen.

Ungefähres Körpergewicht:
Große erwachsene Tiere können mehrere hundert Gramm wiegen. Für außergewöhnlich große Exemplare werden Gewichte von bis zu ungefähr 900 g angegeben.

Die Angabe von 900 g ist als möglicher Höchstwert zu verstehen und nicht als Normal- oder Zielgewicht. Das tatsächliche Gewicht hängt unter anderem von Geschlecht, Körpergröße, Ernährungszustand und Wasseraufnahme ab. Zur Gesundheitskontrolle ist es sinnvoll, jedes Tier regelmäßig zu wiegen und seine individuelle Entwicklung zu dokumentieren.

Lebenserwartung

Bei guten Haltungsbedingungen können Coloradokröten mindestens zehn Jahre und möglicherweise bis zu ungefähr zwanzig Jahre alt werden.

Die tatsächliche Lebenserwartung hängt unter anderem von Ernährung, Körpergewicht, Wasserqualität, Hygiene, Temperatur, Beleuchtung, Winterruhe und tierärztlicher Versorgung ab.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst den Süden Arizonas, den äußersten Südwesten New Mexicos und angrenzende Gebiete im Nordwesten Mexikos. Dort reicht das Verbreitungsgebiet durch Sonora bis in den Nordwesten Sinaloas. Historisch kam die Art auch im äußersten Südosten Kaliforniens vor.

Die Art lebt vom Tiefland bis in Höhenlagen von ungefähr 1.760 Metern.

Natürlicher Lebensraum

Die Coloradokröte lebt nicht ausschließlich in offener Sandwüste. Zu ihren natürlichen Lebensräumen gehören:

  •  Wüsten- und Halbwüstengebiete 
  •  Grasländer 
  •  Dornbusch- und Strauchlandschaften 
  •  lichte Eichen- und Kiefernwälder 
  •  Gebiete in der Nähe von temporären oder dauerhaften Gewässern 

Die Tiere sind überwiegend nachtaktiv. Besonders während der sommerlichen Regenzeit kommen sie an die Oberfläche. Einen großen Teil des übrigen Jahres können sie eingegraben im Boden verbringen.

Detaillierte Haltungsbeschreibung

Haltung im Terrarium oder Aquariumbecken

Coloradokröten können in einem Terrarium oder in einem entsprechend umgebauten Aquariumbecken gehalten werden.

Bei einem Aquariumbecken muss ein sicher erreichbarer und ausreichend großer Landbereich eingerichtet werden. Land- und Wasserbereich müssen so gestaltet sein, dass die Tiere jederzeit selbstständig aus dem Wasser gelangen und sich an flachen Stellen abstützen können.

Das Becken muss ausbruchsicher sein und gleichzeitig eine ausreichende Belüftung besitzen. Bei einem hohen Wasseranteil muss besonders darauf geachtet werden, dass sich keine dauerhaft stickige oder übermäßig feuchte Luft entwickelt.

Terrariengröße

Die folgenden Größen stellen meine persönlichen Mindest-Richtwerte dar. Größere, stärker strukturierte Anlagen sind grundsätzlich vorzuziehen.

Für zwei bis drei Tiere:
mindestens ungefähr 120 × 60 × 70 cm, mit einer ausreichend großen Wasserschale

Für vier bis sechs Tiere:
mindestens ungefähr 150 × 60 × 70 cm, möglichst mit etwa 20 % Wasserfläche und einem sicher erreichbaren Landbereich

Für sieben bis neun Tiere:
mindestens ungefähr 180 × 80 × 70 cm, möglichst mit etwa 20 bis 25 % Wasserfläche sowie flachen Ein- und Ausstiegsbereichen

Bei größeren Gruppen:
Eine deutlich größere Anlage oder die Aufteilung der Tiere in mehrere Gruppen ist vorzuziehen.

Diese Maße sind keine Empfehlung, ein Terrarium grundsätzlich bis zur genannten Tierzahl zu besetzen. Körpergröße, Geschlechterverhältnis, Futterkonkurrenz, nächtliche Aktivität und individuelles Verhalten können wesentlich mehr Platz oder die Trennung einzelner Tiere erforderlich machen.

Die Kröten sollten sich bewegen, zurückziehen und jagen können, ohne ständig auf andere Tiere oder auf die Terrarienscheiben zu treffen.

Einrichtung und Strukturierung

Das Terrarium sollte unterschiedliche Klimazonen und Strukturen bieten:

  •  warme und kühlere Bereiche 
  •  feuchte und etwas trockenere Zonen 
  •  ausreichend große Rückzugsorte 
  •  einen tiefen und grabfähigen Bodengrund 
  •  freie Flächen für die nächtliche Jagd 
  •  Korkrinden 
  •  Laub 
  •  Wurzeln 
  •  robuste Pflanzen 
  •  einen gut erreichbaren Wasserbereich 

Korkrinden und andere schwere Gegenstände müssen so befestigt oder aufgestellt werden, dass sie nicht auf eingegrabene Tiere stürzen können. Schwere Einrichtungsgegenstände sollten standsicher auf dem festen Boden des Beckens stehen und nicht nur auf losem Substrat liegen.

Beleuchtung, UV und Wärme

Nach meiner praktischen Erfahrung eignet sich in einem entsprechend großen Terrarium eine Metalldampflampe mit Vorschaltgerät sowie UV-A- und UV-B-Anteil, beispielsweise mit ungefähr 70 W.

In kleineren Anlagen kann eine Lampe ausreichen. In größeren Anlagen können zwei getrennte Licht- und Wärmebereiche sinnvoll sein.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Wattzahl. Berücksichtigt werden müssen:

  •  der Abstand zwischen Lampe und Tier 
  •  die Höhe und Größe des Terrariums 
  •  die Belüftung 
  •  die Oberflächentemperatur 
  •  die tatsächliche UV-Intensität auf Höhe der Tiere 
  •  die Möglichkeit, sich vollständig aus dem Licht zurückzuziehen 

UV-B-Strahlung unterstützt die körpereigene Bildung von Vitamin D3. Eine bedarfsgerechte Calcium- und Mineralstoffversorgung unterstützt einen gesunden Knochenstoffwechsel. Sowohl eine Unterversorgung als auch eine übermäßige Versorgung mit UV-Strahlung, Vitamin D3 oder Mineralstoffen kann gesundheitliche Schäden verursachen.

Die Tiere müssen deshalb immer auch schattige und kühlere Rückzugsbereiche erreichen können.

Temperatur

Als praktischer Richtwert kann die allgemeine Tagestemperatur im Terrarium ungefähr zwischen 24 und 27 °C liegen.

Unter der Wärmequelle darf ein örtlich begrenzter wärmerer Bereich entstehen. Gleichzeitig müssen kühlere Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein. Eine Überhitzung des gesamten Terrariums ist unbedingt zu vermeiden.

In der Nacht darf die Temperatur etwas absinken. Ein Temperaturgefälle ist wichtig, damit die Tiere ihren bevorzugten Aufenthaltsort selbst wählen können.

Die Temperaturen sollten an mehreren Stellen auf Höhe der Tiere und auf dem Bodengrund gemessen werden.

Luftfeuchtigkeit

Als grober Erfahrungsbereich kann eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 60 bis 80 % dienen. Dieser Wert muss jedoch nicht im gesamten Terrarium und nicht dauerhaft erreicht werden. Nach dem Beregnen oder Befeuchten darf die Luftfeuchtigkeit zeitweise höher liegen.

Wichtiger als ein dauerhaft gleichbleibender Messwert ist ein abwechslungsreiches Mikroklima. Das Terrarium sollte feuchte Rückzugsbereiche, einen nicht austrocknenden Wasserbereich und leicht feuchtes, grabfähiges Substrat besitzen. Gleichzeitig müssen eine ausreichende Belüftung und Bereiche vorhanden sein, die nicht dauerhaft nass sind.

Ein ständig durchnässtes und schlecht belüftetes Terrarium kann zu Schimmel, Hautproblemen und einer starken Keimbelastung führen.

Bodengrund

Die Coloradokröte benötigt einen tiefen und grabfähigen Bodengrund, der Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne dauerhaft sumpfig oder vollständig vernässt zu sein.

Geeignet ist beispielsweise eine Mischung aus:

  •  Kokoshumus 
  •  ungedüngter Erde oder Laubhumus 
  •  Sand 
  •  etwas Lehm 
  •  Laub 
  •  natürlichen Bodenbestandteilen 

Der Bodengrund sollte je nach Haltungssystem ungefähr 20 bis 30 cm hoch sein. In Bereichen, in denen sich die Tiere vollständig eingraben oder ihre Winterruhe verbringen sollen, darf er deutlich tiefer sein.

Es ist sinnvoll, unterschiedliche Feuchtigkeitszonen anzubieten. Die tieferen Schichten können leicht feucht bleiben, während Teile der Oberfläche zeitweise abtrocknen dürfen.

Torf sollte aus Gründen des Moor- und Naturschutzes möglichst durch nachhaltigere, ungedüngte Substrate ersetzt werden.

Wasserbedarf

Coloradokröten nehmen Wasser überwiegend über ihre durchlässige Haut auf, insbesondere über den Bereich der Bauch- und Beckenhaut. Deshalb muss jederzeit sauberes und gut erreichbares Wasser vorhanden sein.

Bei einer einfachen Terrarienhaltung kann eine große und standsichere Wasserschale verwendet werden. In größeren Anlagen oder entsprechend umgebauten Aquariumbecken kann ungefähr 20 bis 25 % der Grundfläche als Wasserbereich gestaltet werden.

Der Wasserbereich muss so eingerichtet sein, dass:

  •  die Tiere den Boden erreichen und sich abstützen können 
  •  ihre Nasenöffnungen sicher über Wasser bleiben 
  •  flache Ein- und Ausstiege vorhanden sind 
  •  kleinere oder schwächere Tiere nicht eingeschlossen werden 
  •  kein Tier hinter Filtern, Pumpen oder Dekorationen geraten kann 

Die Kröten nehmen nach meiner Beobachtung auch einen sanften Bachlauf oder eine leichte Wasserbewegung an. Die Strömung darf jedoch nicht so stark sein, dass die Tiere ständig dagegen arbeiten müssen.

Eine Filteranlage erleichtert die Pflege, ersetzt aber keine regelmäßige Kontrolle und keinen notwendigen Wasserwechsel.

Wasserqualität und Hygiene

Amphibien besitzen eine empfindliche und durchlässige Haut und reagieren daher besonders sensibel auf belastetes Wasser.

Futterreste, Häutungsreste und Kot sollten regelmäßig entfernt werden. Der Wasserbereich muss abhängig von Verschmutzung, Filterleistung und Tierzahl teilweise oder vollständig gewechselt werden.

Bei einem gefilterten Wasserteil sollten insbesondere folgende Werte kontrolliert werden:

  •  Temperatur 
  •  pH-Wert 
  •  Ammonium beziehungsweise Ammoniak 
  •  Nitrit 
  •  Nitrat 
  •  mögliche Chlor- oder Chloraminrückstände 

Ungeeignetes oder gechlortes Leitungswasser muss vor der Verwendung entsprechend aufbereitet werden.

Reinigungs- oder Desinfektionsmittel dürfen nicht im Terrarium zurückbleiben. Gereinigte Schalen, Geräte und Einrichtungsgegenstände müssen gründlich mit geeignetem Wasser gespült werden.

Neue Tiere sollten zunächst getrennt gehalten und gesundheitlich beobachtet werden, bevor sie mit einer bestehenden Gruppe zusammengesetzt werden.

Nahrung

Coloradokröten sind Fleischfresser und opportunistische Jäger. Untersuchungen aus ihrem natürlichen Lebensraum zeigen eine abwechslungsreiche Nahrung aus Gliederfüßern. Besonders häufig wurden Ameisen und Käfer nachgewiesen. Daneben werden unter anderem Heuschrecken, Grillen, Spinnen, Schaben, Libellenlarven und gelegentlich andere Beutetiere aufgenommen.

In menschlicher Obhut sollte abwechslungsreiches und passend großes Lebendfutter angeboten werden, beispielsweise:

  •  Grillen 
  •  Heuschrecken 
  •  geeignete Schabenarten 
  •  Regenwürmer 
  •  Mehlwürmer in begrenzter Menge 
  •  Zophobas in begrenzter Menge 
  •  andere geeignete Futterinsekten 

Mehlwürmer und Zophobas sollten aufgrund ihres Energie- und Fettgehaltes nicht den Hauptbestandteil der Ernährung bilden.

Die Futtertiere sollten vor der Verfütterung hochwertig ernährt werden. Eine geeignete Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen kann notwendig sein, muss jedoch auf Beleuchtung, Futterzusammensetzung, Alter und Gesundheitszustand der Kröten abgestimmt werden.

Jungmäuse sind für die normale Ernährung nicht erforderlich und sollten nicht als regelmäßiges Standardfutter verwendet werden.

Fütterungsmenge und Gewichtskontrolle

Die Fütterungsmenge sollte nicht ausschließlich nach einem festen Zeitplan bestimmt werden. Berücksichtigt werden müssen:

  •  Körperform 
  •  Aktivität 
  •  Alter 
  •  Geschlecht 
  •  Temperatur 
  •  Jahreszeit 
  •  Winterruhe 
  •  individuelle Gewichtsentwicklung 

Erwachsene Tiere dürfen kräftig gebaut sein, sollten jedoch nicht dauerhaft überfüttert werden. Sehr häufiges und energiereiches Futter kann zu Verfettung und zu einer Belastung der inneren Organe führen.

Es ist sinnvoll, jedes Tier regelmäßig mit einer geeigneten Waage zu wiegen und die Werte mit Datum zu dokumentieren.

Ein plötzlich auftretender Gewichtsverlust oder eine starke, ungewöhnliche Gewichtszunahme sollte überprüft werden.

Winterruhe

In der Natur können Coloradokröten viele Monate eingegraben verbringen. Sie kommen insbesondere bei geeigneten Temperaturen und während der Regenzeit wieder an die Oberfläche.

Nach meiner praktischen Erfahrung kann bei gesunden erwachsenen Tieren eine kontrollierte Winterruhe von ungefähr drei bis vier Monaten durchgeführt werden.

Als Orientierung können folgende Bedingungen dienen:

  •  ein grabfähiges Sand-Kokosfaser- oder Erdgemisch 
  •  mindestens etwa 20 bis 30 cm Substrattiefe, besser mehr 
  •  frostgeschützte Bedingungen 
  •  Temperaturen von ungefähr 10 bis 16 °C 

Beleuchtung, Temperatur und Fütterung müssen langsam und kontrolliert reduziert werden. Die Tiere dürfen nicht stark heruntergekühlt werden, solange sich noch größere Futtermengen im Verdauungstrakt befinden.

Nur gesunde Tiere mit ausreichenden körperlichen Reserven sollten in eine ausgeprägte Winterruhe gehen. Kranke, geschwächte, stark untergewichtige oder sehr junge Tiere benötigen eine individuelle Beurteilung.

Auch während der Ruhephase müssen Temperatur und Feuchtigkeit kontrolliert werden. Der Bodengrund darf nicht vollständig austrocknen, aber auch nicht vernässen.

Bei Unsicherheit sollte vor der Winterruhe ein amphibienkundiger Tierarzt hinzugezogen werden.

Gruppenhaltung

Coloradokröten können in Gruppen gehalten werden, wenn ausreichend Platz, Rückzugsorte, Wasserzugänge und Futterstellen vorhanden sind.

Während der Fütterung muss darauf geachtet werden, dass kleinere oder zurückhaltende Tiere nicht dauerhaft verdrängt werden. Einzelne Tiere dürfen nicht regelmäßig das gesamte Futter aufnehmen.

Da die Kröten beim Beutefang schnell zuschnappen, kann es vorkommen, dass sie versehentlich nach Körperteilen anderer Tiere schnappen. Ausreichender Abstand und mehrere Futterbereiche reduzieren dieses Risiko.

Starke Futterkonkurrenz, wiederholtes Scheibenlaufen, dauerhaftes Verstecken, Verletzungen oder deutliche Gewichtsunterschiede können eine Trennung einzelner Tiere oder eine Vergrößerung der Anlage erforderlich machen.

Umgang mit den Tieren

Amphibien besitzen eine empfindliche und durchlässige Haut. Die Kröten sollten deshalb nur angefasst werden, wenn dies für Pflege, Untersuchung oder Umsetzung notwendig ist.

Bei notwendigem Kontakt sollten saubere, angefeuchtete und puderfreie Einweghandschuhe verwendet werden.

Trockene Hände, Hautcremes, Desinfektionsmittel, Nikotin, Reinigungsmittel und andere Rückstände können die Haut der Tiere schädigen.

Nach jedem Kontakt sind die Hände gründlich zu waschen.

Wichtiger Sicherheitshinweis

Coloradokröten besitzen stark wirksame Hautsekrete, die vor allem aus den großen Drüsen hinter den Augen abgegeben werden können.

Der Kontakt des Sekrets mit Augen, Mund, Nase, offenen Wunden und anderen Schleimhäuten muss unbedingt vermieden werden.

Das Hautsekret darf nicht absichtlich provoziert, entnommen oder gesammelt werden. Kinder dürfen keinen unbeaufsichtigten Zugang zu den Tieren oder zum Terrarium haben. Hunde müssen zuverlässig von den Kröten ferngehalten werden.

Besonders für Hunde kann die Aufnahme des Hautsekrets lebensgefährlich sein. Zu möglichen Vergiftungszeichen gehören starker Speichelfluss, Würgen oder Erbrechen, ein auffälliger Gang, Schwäche, Atemprobleme, Herzrhythmusstörungen, Krämpfe oder andere neurologische Auffälligkeiten. In einem solchen Fall ist sofort ein tierärztlicher Notdienst zu kontaktieren.

Gesundheitskontrolle

Gesunde Tiere zeigen normalerweise:

  •  klare Augen 
  •  eine unverletzte Haut 
  •  kontrollierte Bewegungen 
  •  regelmäßige Aktivitätsphasen 
  •  normales Jagdverhalten 
  •  eine zur Jahreszeit passende Körperform 

Mögliche Warnzeichen sind:

  •  anhaltende Futterverweigerung 
  •  deutlicher Gewichtsverlust 
  •  starke Aufblähung 
  •  Rötungen oder offene Hautstellen 
  •  ungewöhnliche Häutungsprobleme 
  •  unkontrollierte Bewegungen 
  •  Atemprobleme 
  •  dauerhaftes Scheibenlaufen 
  •  eine ungewöhnlich lange Teilnahmslosigkeit 

Bei diesen Anzeichen sollte frühzeitig ein amphibienkundiger Tierarzt hinzugezogen werden.

Verantwortung des Halters

Die Haltung einer Coloradokröte erfordert langfristige Verantwortung, ausreichend Platz, eine zuverlässige Versorgung mit geeignetem Lebendfutter und die Bereitschaft, Wasserqualität, Temperaturen, Beleuchtung und Gesundheit regelmäßig zu kontrollieren.

Die Tiere sollten nicht spontan oder allein aufgrund ihrer außergewöhnlichen Erscheinung angeschafft werden.

Ziel jeder Haltung muss es sein, die Lebensbedingungen kontinuierlich zu verbessern und den natürlichen Bedürfnissen der Tiere so weit wie möglich gerecht zu werden.

 Im folgenden Abschnitt finden Sie die vollständige 

englische Fassung dieser Haltungsinformationen. 


ENGLISH VERSION

Keeper and Breeder Information

Name:
Michael Fischer

Street:
Meißnerstraße 5

Postal code and town:
37297 Berkatal

Country:
Germany

Telephone:
+49 (0) 179 4878260

Email:
[email protected]

Website:
bufoalvarius.info

General Information

This husbandry guide combines generally known information about the species with my personal experience gained through many years of keeping and observing these animals.

The values provided should be understood as practical guidelines. Every husbandry system differs in terms of size, ventilation, lighting, furnishings, group composition and ambient temperature. Careful observation of each individual animal therefore always remains essential.

In the event of illness, unusual behaviour, significant weight loss, skin changes, injuries or problems during winter dormancy, a veterinarian experienced with amphibians should be consulted.

Species Name

Current scientific name:
Incilius alvarius (Girard, 1859)

Scientific synonym:
Bufo alvarius

German names:
Coloradokröte, Sonora-Wüstenkröte

English names:
Sonoran Desert Toad, Colorado River Toad

The currently accepted scientific name is Incilius alvarius. The former name Bufo alvarius is still widely used and also appears in the name “Bufo Alvarius Permakultur”.

Conservation Status

IUCN category:
Least Concern (LC)

This classification describes the global conservation status of the species. However, it does not automatically mean that there are no legal regulations concerning keeping, breeding, purchasing, importing or transferring these animals. Current regulations must always be checked independently of the IUCN status.

Size and Weight

Snout-to-vent length of adult animals:
approximately 11 to 19 cm

Males generally remain smaller and lighter than females. Particularly large females may reach a body length of approximately 19 to 20 cm.

Approximate body weight:
Large adult animals may weigh several hundred grams. Exceptionally large specimens have been reported to weigh up to approximately 900 g.

The figure of 900 g should be understood as a possible maximum and not as a normal or target weight. Actual weight depends on factors including sex, body size, nutritional condition and water absorption. For health monitoring, it is advisable to weigh each animal regularly and document its individual development.

Life Expectancy

Under good husbandry conditions, Sonoran Desert Toads may live for at least ten years and possibly up to approximately twenty years.

Actual life expectancy depends on factors including nutrition, body weight, water quality, hygiene, temperature, lighting, winter dormancy and veterinary care.

Distribution

The natural range includes southern Arizona, the extreme south-west of New Mexico and neighbouring areas of north-western Mexico. In Mexico, the range extends through Sonora into north-western Sinaloa. Historically, the species also occurred in the extreme south-east of California.

The species occurs from lowland areas up to elevations of approximately 1,760 metres.

Natural Habitat

The Sonoran Desert Toad does not live exclusively in open sandy desert. Its natural habitats include:

  •  desert and semi-desert regions 
  •  grasslands 
  •  thorn scrub and shrubland 
  •  open oak and pine woodland 
  •  areas near temporary or permanent bodies of water 

The animals are predominantly nocturnal. They emerge particularly during the summer rainy season. During much of the remainder of the year, they may remain buried underground.

Detailed Husbandry Guide

Keeping the Toads in a Terrarium or Converted Aquarium

Sonoran Desert Toads can be kept in a terrarium or in a suitably converted aquarium tank.

When an aquarium tank is used, it must contain a sufficiently large land area that the animals can reach safely. The land and water areas must be designed so that the toads can leave the water independently at all times and support themselves in shallow areas.

The enclosure must be escape-proof while also providing sufficient ventilation. Where a large proportion of the enclosure consists of water, particular care must be taken to prevent permanently stagnant or excessively humid air.

Enclosure Size

The following dimensions represent my personal minimum guidelines. Larger and more strongly structured enclosures are generally preferable.

For two to three animals:
at least approximately 120 × 60 × 70 cm, with a sufficiently large water dish

For four to six animals:
at least approximately 150 × 60 × 70 cm, preferably with around 20% of the floor area consisting of water and with a safely accessible land area

For seven to nine animals:
at least approximately 180 × 80 × 70 cm, preferably with around 20 to 25% of the floor area consisting of water and with shallow entry and exit areas

For larger groups:
A significantly larger enclosure or division of the animals into several groups is preferable.

These dimensions are not a recommendation to stock an enclosure with the maximum number of animals stated. Body size, sex ratio, competition for food, nocturnal activity and individual behaviour may require considerably more space or the separation of individual animals.

The toads should be able to move, retreat and hunt without constantly encountering other animals or the walls of the enclosure.

Furnishings and Structure

The enclosure should provide different climatic zones and structures:

  •  warmer and cooler areas 
  •  moist and somewhat drier zones 
  •  sufficiently large hiding places 
  •  deep, diggable substrate 
  •  open areas for nocturnal hunting 
  •  cork bark 
  •  leaf litter 
  •  roots 
  •  robust plants 
  •  an easily accessible water area 

Cork bark and other heavy objects must be secured or positioned so that they cannot fall onto animals buried beneath them. Heavy furnishings should stand securely on the solid base of the enclosure and not merely rest on loose substrate.

Lighting, UV and Heat

Based on my practical experience, a metal-halide lamp with a ballast and both UV-A and UV-B output is suitable for a sufficiently large enclosure, for example a lamp of approximately 70 W.

One lamp may be sufficient in smaller enclosures. In larger systems, two separate light and heat zones may be useful.

However, wattage alone is not decisive. The following factors must also be considered:

  •  the distance between the lamp and the animal 
  •  the height and size of the enclosure 
  •  ventilation 
  •  surface temperature 
  •  the actual UV intensity at the level of the animals 
  •  the animals’ ability to retreat completely from the light 

UV-B radiation supports the body’s own production of vitamin D3. An appropriate supply of calcium and minerals supports healthy bone metabolism. Both insufficient and excessive exposure to UV radiation, vitamin D3 or minerals may cause health problems.

The animals must therefore always have access to shaded and cooler retreat areas.

Temperature

As a practical guideline, the general daytime temperature in the enclosure may be approximately 24 to 27°C.

A locally warmer area may be created beneath the heat source. At the same time, cooler retreat areas must remain available. Overheating of the entire enclosure must be prevented.

The temperature may drop slightly at night. A temperature gradient is important so that the animals can choose their preferred location.

Temperatures should be measured at several points, both at the level of the animals and on the substrate.

Humidity

As a broad practical range, relative humidity of approximately 60 to 80% may be used as a guideline. However, this level does not need to be maintained throughout the entire enclosure or at all times. Humidity may temporarily rise after misting or moistening.

A varied microclimate is more important than maintaining a permanently constant reading. The enclosure should contain moist retreat areas, a water area that does not dry out and slightly moist, diggable substrate. At the same time, sufficient ventilation and areas that are not permanently wet must be provided.

A constantly waterlogged and poorly ventilated enclosure may lead to mould, skin problems and a high microbial load.

Substrate

The Sonoran Desert Toad requires deep, diggable substrate that can retain moisture without remaining permanently swampy or completely saturated.

A suitable mixture may include:

  •  coconut humus 
  •  unfertilised soil or leaf humus 
  •  sand 
  •  a small amount of loam 
  •  leaf litter 
  •  natural soil components 

Depending on the husbandry system, the substrate should be approximately 20 to 30 cm deep. It may be considerably deeper in areas where the animals are intended to bury themselves completely or spend their winter dormancy.

Providing different moisture zones is advisable. The deeper layers may remain slightly moist, while parts of the surface may temporarily dry out.

For reasons of peatland and nature conservation, peat should wherever possible be replaced by more sustainable, unfertilised substrates.

Water Requirements

Sonoran Desert Toads absorb water primarily through their permeable skin, particularly through the skin of the abdomen and pelvic region. Clean and easily accessible water must therefore be available at all times.

For a basic terrarium setup, a large and stable water dish may be used. In larger enclosures or suitably converted aquarium tanks, approximately 20 to 25% of the floor area may be designed as a water section.

The water area must be designed so that:

  •  the animals can reach the bottom and support themselves 
  •  their nostrils remain safely above the water 
  •  shallow entry and exit areas are available 
  •  smaller or weaker animals cannot become trapped 
  •  no animal can become trapped behind filters, pumps or decorations 

According to my observations, the toads will also use a gentle stream or slight water movement. However, the current must not be so strong that the animals have to work against it continuously.

A filtration system makes maintenance easier but does not replace regular monitoring or necessary water changes.

Water Quality and Hygiene

Amphibians have sensitive, permeable skin and are therefore particularly susceptible to contaminated water.

Food remains, shed skin and faeces should be removed regularly. Depending on the level of contamination, filter performance and number of animals, the water area must be partially or completely changed.

In a filtered water section, the following values should be monitored in particular:

  •  temperature 
  •  pH 
  •  ammonium or ammonia 
  •  nitrite 
  •  nitrate 
  •  possible chlorine or chloramine residues 

Unsuitable or chlorinated tap water must be treated appropriately before use.

Cleaning agents or disinfectants must not remain in the enclosure. Cleaned dishes, equipment and furnishings must be rinsed thoroughly with suitable water.

New animals should initially be kept separately and monitored for health problems before being introduced to an existing group.

Diet

Sonoran Desert Toads are carnivores and opportunistic hunters. Studies from their natural habitat show that they consume a varied range of arthropods. Ants and beetles have been recorded particularly frequently. Their diet also includes grasshoppers, crickets, spiders, roaches, dragonfly larvae and occasionally other prey animals.

In captivity, a varied selection of appropriately sized live food should be offered, for example:

  •  crickets 
  •  grasshoppers 
  •  suitable roach species 
  •  earthworms 
  •  mealworms in limited quantities 
  •  superworms in limited quantities 
  •  other suitable feeder insects 

Due to their energy and fat content, mealworms and superworms should not form the main part of the diet.

Feeder animals should be provided with a high-quality diet before being offered to the toads. Appropriate supplementation with minerals and vitamins may be necessary but must be adjusted to the lighting, food composition, age and health of the animals.

Young mice are not necessary for a normal diet and should not be used as regular standard food.

Feeding Amount and Weight Monitoring

The amount of food should not be determined solely according to a fixed schedule. The following factors must be taken into account:

  •  body shape 
  •  activity 
  •  age 
  •  sex 
  •  temperature 
  •  season 
  •  winter dormancy 
  •  individual weight development 

Adult animals may have a robust build but should not be permanently overfed. Very frequent feeding or energy-rich food may lead to obesity and place strain on the internal organs.

It is advisable to weigh each animal regularly using a suitable scale and to document the values together with the date.

Sudden weight loss or a strong and unusual increase in weight should be investigated.

Winter Dormancy

In the wild, Sonoran Desert Toads may remain buried for many months. They return to the surface particularly when temperatures are suitable and during the rainy season.

Based on my practical experience, healthy adult animals may undergo controlled winter dormancy for approximately three to four months.

The following conditions may serve as guidance:

  •  a diggable mixture of sand and coconut fibre or soil 
  •  a substrate depth of at least approximately 20 to 30 cm, preferably more 
  •  frost-protected conditions 
  •  temperatures of approximately 10 to 16°C 

Lighting, temperature and feeding must be reduced slowly and in a controlled manner. The animals must not be cooled significantly while larger amounts of food may still remain in their digestive tract.

Only healthy animals with sufficient physical reserves should undergo pronounced winter dormancy. Sick, weakened, severely underweight or very young animals require individual assessment.

Temperature and moisture must also be monitored during the dormant period. The substrate must not dry out completely, but it must not become waterlogged either.

When uncertain, a veterinarian experienced with amphibians should be consulted before winter dormancy begins.

Group Housing

Sonoran Desert Toads can be kept in groups when sufficient space, hiding places, access to water and feeding areas are available.

During feeding, care must be taken to ensure that smaller or more reserved animals are not permanently displaced. Individual animals must not be allowed to consume all the food regularly.

Because the toads strike quickly when capturing prey, they may occasionally snap accidentally at parts of another animal’s body. Adequate spacing and several feeding areas reduce this risk.

Strong competition for food, repeated pacing along the glass, permanent hiding, injuries or significant differences in body weight may require individual animals to be separated or the enclosure to be enlarged.

Handling the Animals

Amphibians have sensitive and permeable skin. The toads should therefore only be handled when necessary for care, examination or relocation.

When contact is necessary, clean, moistened and powder-free disposable gloves should be used.

Dry hands, skin creams, disinfectants, nicotine, cleaning products and other residues may damage the animals’ skin.

Hands must be washed thoroughly after every contact.

Important Safety Information

Sonoran Desert Toads possess potent skin secretions that may be released primarily from the large glands behind their eyes.

Contact between the secretion and the eyes, mouth, nose, open wounds or other mucous membranes must be strictly avoided.

The skin secretion must not be deliberately provoked, extracted or collected. Children must not have unsupervised access to the animals or their enclosure. Dogs must be kept reliably away from the toads.

Ingestion of the skin secretion can be life-threatening for dogs. Possible signs of poisoning include excessive salivation, gagging or vomiting, an abnormal gait, weakness, breathing problems, irregular heartbeat, seizures or other neurological abnormalities. In such a case, an emergency veterinary service must be contacted immediately.

Health Monitoring

Healthy animals normally show:

  •  clear eyes 
  •  intact skin 
  •  controlled movements 
  •  regular periods of activity 
  •  normal hunting behaviour 
  •  a body condition appropriate for the season 

Possible warning signs include:

  •  persistent refusal of food 
  •  significant weight loss 
  •  severe swelling 
  •  redness or open skin lesions 
  •  unusual shedding problems 
  •  uncontrolled movements 
  •  breathing difficulties 
  •  persistent pacing along the glass 
  •  unusually prolonged lethargy 

When these signs occur, a veterinarian experienced with amphibians should be consulted at an early stage.

Responsibility of the Keeper

Keeping a Sonoran Desert Toad requires long-term responsibility, sufficient space, a reliable supply of suitable live food and a willingness to monitor water quality, temperatures, lighting and health regularly.

The animals should not be acquired spontaneously or solely because of their unusual appearance.

The aim of every husbandry system must be to improve the animals’ living conditions continuously and to meet their natural needs as closely as possible.

 

 The following photographs provide further impressions 
of my animals and their indoor and outdoor habitats.