Terrarium oder Aquarium?

Auf dieser Seite zeige ich anhand meiner eigenen Anlagen, wie ein Terrarium oder ein umgebautes Aquariumbecken für zwei bis vier Coloradokröten gestaltet werden kann. Die Bilder und Angaben beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und sollen als praktische Orientierung dienen. 

Das richtige Haus am See

Da Coloradokröten sowohl Land als auch Wasser benötigen, stellt sich zunächst die Frage nach der geeigneten Beckenform. Möglich sind ein klassisches Terrarium mit Schiebetüren oder ein umgebautes Aquariumbecken, das in einen Land- und einen Wasserbereich unterteilt wird.

Welche Lösung geeignet ist, hängt vom verfügbaren Platz, vom Budget, von der gewünschten Tierzahl und vom Pflegeaufwand ab. Auf dieser Seite zeige ich verschiedene Lösungen, die ich selbst umgesetzt und im Laufe der Zeit weiterentwickelt habe.


Wo stelle ich das Terrarium auf?

Auch der Standort des Terrariums sollte sorgfältig gewählt werden. Wichtig sind vor allem die Temperaturen im Raum, die Sonneneinstrahlung, die Luftfeuchtigkeit und mögliche Temperaturschwankungen im Jahresverlauf.

Grundsätzlich kommen beispielsweise Wohnzimmer, Keller, Schlafzimmer, Gartenhaus, Gewächshaus oder ein entsprechend ausgebauter Nebenraum infrage. Dabei sollte man sich vorher einige Fragen stellen:

Ist der Raum im Winter ausreichend warm? Kann er sich im Sommer zu stark aufheizen? Stören Pumpen, Filter oder andere technische Geräte die Menschen im Raum? Umgekehrt können dauerhaft laute Musik, starke Erschütterungen oder häufige Unruhe auch für die Tiere belastend sein.

Meine Kröten leben in einem wärmegedämmten Bauwagen. Mit dieser Lösung bin ich sehr zufrieden. Im Winter muss ich jedoch zusätzlich heizen, unter anderem mit geeigneten Heizsystemen. Temperaturen und Technik müssen dabei regelmäßig kontrolliert werden.

Für mich ist dieser Ort nicht nur ein Raum für die Tiere. Wenn ich Ruhe brauche, verbringe ich dort gerne Zeit bei den Kröten. Ihre ruhige und friedliche Ausstrahlung empfinde ich als wohltuenden Ausgleich – fast wie eine Form der Meditation.


Wie viel Fläche kann ich meinen Kröten bieten?

Grundsätzlich gilt: Je mehr nutzbare Fläche und Struktur die Kröten erhalten, desto besser. Gleichzeitig setzen der verfügbare Platz, das Gewicht der Anlage und der spätere Pflegeaufwand praktische Grenzen.

Für zwei bis vier ausgewachsene Tiere halte ich eine Grundfläche von etwa 120 × 60 cm für das absolute Minimum. Eine größere Anlage, beispielsweise 150 × 60 × 70 cm, bietet deutlich mehr Möglichkeiten für Rückzugsorte, Jagdflächen und einen ausreichend großen Wasserbereich.

Bei meiner Aquariumlösung bin ich bis zu einer Größe von etwa 180 × 90 × 70 cm gegangen. Noch größere Becken wären grundsätzlich möglich, werden jedoch sehr schwer und lassen sich kaum noch transportieren oder umstellen.

Bei der Planung sollte man deshalb nicht nur an die Tiere denken, sondern auch an die spätere Pflege:

Kann ich alle Bereiche mit der Hand erreichen? Lassen sich Scheiben, Bodengrund und Wasserteil gut reinigen? Benötige ich dafür jedes Mal eine Leiter oder einen Hocker? Können Pumpen, Filter und Beleuchtung problemlos gewartet werden?

Bei einem hohen Aquariumbecken kann ein stabiler Hocker notwendig sein. Große Saugnäpfe sind hilfreich, um Glasscheiben oder andere glatte Teile sicher zu tragen.

Eine stabile Unterkonstruktion mit geeigneten Rollen kann die Reinigung und das Umstellen erleichtern. Dabei müssen das hohe Gesamtgewicht, die Tragfähigkeit des Bodens und eine sichere Arretierung der Rollen berücksichtigt werden.

Entscheidend ist nicht nur, wie groß eine Anlage gebaut werden kann, sondern auch, ob sie dauerhaft sicher, sauber und zuverlässig gepflegt werden kann.


Wie viel Wasserfläche und wie hoch?

Der Landbereich sollte immer deutlich größer sein als der Wasserbereich. Nach meiner Erfahrung ist ein Wasseranteil von ungefähr 20 bis 25 Prozent der Grundfläche ein guter Richtwert. Entscheidend ist jedoch, dass weiterhin ausreichend nutzbare Landfläche, Rückzugsorte und Jagdraum vorhanden bleiben.

Der Wasserstand sollte so gewählt werden, dass sich die Kröten an mehreren Stellen sicher auf dem Grund abstützen und ihre Nasenöffnungen ohne Anstrengung über Wasser halten können. Eine Wassertiefe von ungefähr 10 bis 20 cm ist in vielen Anlagen ausreichend. Tiefere Bereiche sind möglich, wenn flache Zonen und sichere Ausstiegsmöglichkeiten vorhanden sind.

Im Wasserbereich können stabile Inseln, flache Steine oder schwimmende Korkrinden zusätzliche Ruheplätze bieten. Dabei ist zu beachten, dass sich unter und zwischen Steinen leicht Schmutz ansammelt. Die Einrichtung sollte deshalb so gestaltet sein, dass sie zur Reinigung herausgenommen werden kann.

Schwimmende Korkrinden werden von den Kröten gerne als Ruheplatz genutzt. Sie dürfen jedoch einen festen, jederzeit erreichbaren Landbereich nicht ersetzen.

Pumpen, Filter und Ansaugöffnungen müssen so gesichert sein, dass kein Tier eingeklemmt oder angesaugt werden kann. Auch bei einem gefilterten Wasserbereich sind regelmäßige Kontrollen und Wasserwechsel notwendig.







Der Übergang vom Land zum Wasser

Beim Übergang zwischen Land- und Wasserbereich können verschiedene Probleme entstehen. Ist die Abgrenzung zu niedrig, gelangt beim Graben der Kröten ständig Bodengrund ins Wasser. Gleichzeitig kann Wasser durch Kokosmatten, Erde oder andere saugfähige Materialien in den Landbereich gezogen werden.

Der Übergang sollte deshalb deutlich begrenzt, aber trotzdem leicht begehbar sein. Geeignet sind beispielsweise flache Steine, fest montierte Korkstücke, Wurzeln oder kurze, stabile Holzstücke, die wie eine natürliche Rampe angeordnet werden.

Ich habe gute Erfahrungen mit unterschiedlich hohen Holzstücken gemacht. Sie bremsen den Bodengrund, ermöglichen einen langsamen Übergang ins Wasser und bieten den Futtertieren zusätzliche Verstecke. Alle Teile müssen jedoch standsicher befestigt sein, damit sie nicht verrutschen, umkippen oder Tiere darunter eingeklemmt werden können.

Auch Steine können verwendet werden. Dabei sollte man beachten, dass sich zwischen und unter ihnen leicht Schmutz ansammelt. Die Konstruktion muss deshalb für die Reinigung erreichbar bleiben. Schwere Steine dürfen nicht nur auf losem Bodengrund liegen, sondern müssen sicher aufgestellt werden.

Hilfreich ist eine etwas erhöhte, möglichst wasserundurchlässige Trennkante zwischen Land und Wasser. Darüber kann eine flache Rampe oder eine optisch natürliche Abdeckung geführt werden. Materialien, die Wasser stark aufsaugen, sollten nicht dauerhaft vom Wasser bis tief in den Landbereich reichen.

Ein guter Übergang hält möglichst viel Bodengrund aus dem Wasser, bleibt für die Kröten jederzeit sicher begehbar und lässt sich ohne großen Aufwand reinigen.







Welches Substrat eignet sich für den Bodengrund?

Für den Bodengrund kommen verschiedene natürliche Materialien infrage. Geeignet sind beispielsweise ungedüngte Erde, Laubhumus, Kokoshumus, Sand und etwas Lehm. Auch unbehandelter Waldboden kann verwendet werden, sofern er frei von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und anderen schädlichen Stoffen ist.

Ich verwende häufig Kokoshumus und decke die Oberfläche zusätzlich mit Moos oder natürlichem Laub ab. Das sieht nicht nur naturnah aus, sondern bietet den Kröten auch unterschiedliche Feuchtigkeitsbereiche und zusätzliche Versteckmöglichkeiten.

Früher habe ich unter dem Kokoshumus teilweise eine Drainageschicht aus Tongranulat verwendet. Heute würde ich darauf verzichten oder sie vollständig durch ein stabiles Trennvlies vom eigentlichen Bodengrund abschirmen. Beim Graben können einzelne Tonkügelchen an die Oberfläche gelangen und zusammen mit Futtertieren versehentlich aufgenommen werden.

Der Bodengrund sollte tief genug sein, damit sich die Tiere vollständig eingraben können. Nach meiner Erfahrung sind etwa 20 bis 30 cm sinnvoll. Für eine ausgeprägte Winterruhe oder besonders grabfreudige Tiere darf das Substrat stellenweise noch tiefer sein.

Dabei muss die Höhe des Bodengrundes bereits bei der Planung des Beckens berücksichtigt werden. Ist die vordere Scheibe beispielsweise nur 20 cm hoch, sollte der Bodengrund dort etwas niedriger bleiben und erst nach hinten hin ansteigen. Andernfalls können die Kröten Erde über die Kante schieben oder erhöhte Bereiche als Ausgangspunkt zum Entkommen nutzen.

Eine gestufte Gestaltung mit stabilen Holzstücken, Korkrinden oder flachen Terrassen kann helfen, unterschiedliche Substrathöhen sicher miteinander zu verbinden. Alle Bauteile müssen so befestigt sein, dass sie beim Graben nicht verrutschen oder auf ein Tier fallen können.

Der Bodengrund sollte Feuchtigkeit speichern, aber nicht dauerhaft vernässt sein. Ideal sind verschiedene Zonen: leicht feuchte tiefere Schichten, trockenere Oberflächenbereiche und geschützte Plätze, an denen sich die Kröten vollständig eingraben können.


Wie viel Licht und welche Beleuchtung?

Coloradokröten stammen aus Regionen mit intensiver Sonneneinstrahlung. Auch wenn sie überwiegend während der Dämmerung und in der Nacht aktiv sind, benötigen sie einen klaren Tag-Nacht-Rhythmus sowie geeignete Licht-, Wärme- und Rückzugsbereiche.

Nach meiner praktischen Erfahrung eignen sich für entsprechend große Anlagen regelbare Metalldampflampen mit Vorschaltgerät und UV-Anteil. Je nach Größe und Höhe des Beckens können beispielsweise Lampen mit etwa 70 bis 100 Watt eingesetzt werden. In kleineren Anlagen kann eine Lampe ausreichen, während bei großen Becken zwei getrennte Licht- und Wärmebereiche sinnvoll sein können.

Die Wattzahl allein sagt jedoch nicht aus, wie viel Wärme und UV-Strahlung tatsächlich bei den Kröten ankommt. Entscheidend sind unter anderem der Abstand zum Tier, die Höhe des Beckens, der verwendete Reflektor, die Belüftung sowie mögliche Gaze-, Glas- oder Kunststoffabdeckungen zwischen Lampe und Tier.

Die tatsächlich ankommende Strahlung sollte möglichst mit einem geeigneten UV-Messgerät kontrolliert werden. Auch ältere Lampen können noch sichtbar leuchten, obwohl ihre UV-Leistung bereits deutlich nachgelassen hat.

LED-Lampen empfehle ich für die Beleuchtung meiner Krötenanlagen nicht. Nach meiner Einschätzung lässt sich nicht immer sicher beurteilen, ob das Lichtspektrum und die spektrale Zusammensetzung der jeweiligen LED-Beleuchtung den natürlichen Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ich bevorzuge deshalb Metalldampflampen, die Licht, Wärme und UV-Anteil miteinander verbinden und sich in meiner Haltung über viele Jahre bewährt haben.

Die Tiere müssen jederzeit die Möglichkeit haben, sich vollständig aus dem Licht und der Wärme zurückzuziehen. Dafür sollten schattige Bereiche, Korkrinden, Höhlen und tiefere Bodenzonen vorhanden sein.

Die Lampen müssen so befestigt und gegebenenfalls geschützt werden, dass die Kröten sie nicht berühren oder dagegen springen können. Der Abstand sollte nicht pauschal festgelegt werden, sondern nach Herstellerangaben sowie anhand der gemessenen Temperatur und UV-Intensität bestimmt werden.

Ich orientiere die Beleuchtungsdauer ungefähr am natürlichen Jahresverlauf. Im Sommer kann die Beleuchtung etwa 12 bis 14 Stunden, im Winter ungefähr 10 bis 12 Stunden eingeschaltet sein. Während einer kontrollierten Winterruhe wird die Beleuchtung entsprechend weiter reduziert.

Auch das Verhalten der Tiere gibt wichtige Hinweise. Nutzen sie den beleuchteten Bereich regelmäßig, ohne dort dauerhaft eng übereinanderzusitzen, scheint die Wärmeverteilung grundsätzlich zu passen. Verbringen sie dagegen ungewöhnlich viel Zeit direkt unter der Lampe, kann der übrige Bereich zu kühl sein. Meiden sie den gesamten beleuchteten Bereich, sollten Temperatur, UV-Strahlung und Lampenabstand überprüft werden.

Eine geeignete Beleuchtung schafft keinen überall gleich warmen Raum, sondern ein Gefälle aus Licht, Wärme, Schatten und kühleren Rückzugsbereichen, zwischen denen die Kröten selbst wählen können.


Luft- und Wassertemperatur bei Tag, Nacht, Sommer und Winter

Die Temperatur sollte im Terrarium nicht überall gleich sein. Wichtig ist ein Gefälle mit wärmeren Bereichen unter den Lampen sowie kühleren und schattigen Rückzugsorten.

Nach meiner praktischen Erfahrung eignet sich während der aktiven Jahreszeit eine allgemeine Lufttemperatur von ungefähr 24 bis 27 °C. Unter der Wärmequelle darf es örtlich etwas wärmer sein, solange die Kröten jederzeit in kühlere Bereiche ausweichen können.

In der Nacht kann die Lufttemperatur auf ungefähr 20 bis 22 °C absinken. Eine leichte Nachtabsenkung unterstützt einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Plötzliche oder starke Temperaturschwankungen sollten jedoch vermieden werden.

Im Sommer muss besonders darauf geachtet werden, dass sich das gesamte Terrarium nicht überhitzt. Direkte Sonneneinstrahlung durch ein Fenster kann die Temperatur sehr schnell gefährlich erhöhen. Deshalb sollten die Temperaturen an mehreren Stellen und nicht nur direkt unter der Lampe gemessen werden.

Für den Wasserbereich hat sich in meiner Haltung meist eine Temperatur von ungefähr 20 bis 23 °C bewährt. Das Wasser muss nicht so warm sein wie der Bereich unter der Wärmelampe. Es sollte den Tieren auch die Möglichkeit bieten, sich bei Bedarf etwas abzukühlen.

Halten sich die Kröten ungewöhnlich lange oder sehr häufig im Wasser auf, sollten die Lufttemperatur, die Feuchtigkeit des Bodengrundes und die vorhandenen Rückzugsorte überprüft werden. Dieses Verhalten kann ein Hinweis darauf sein, dass der Landbereich zu warm oder zu trocken ist. Es können jedoch auch andere Ursachen vorliegen, weshalb immer das gesamte Verhalten des Tieres betrachtet werden sollte.

Im Winter können Beleuchtungsdauer und Temperaturen langsam reduziert werden. Bleiben die Tiere aktiv und wird keine ausgeprägte Winterruhe durchgeführt, sollte weiterhin ein gemäßigtes Temperaturgefälle mit ausreichend warmen Rückzugsbereichen vorhanden sein.

Bei einer kontrollierten Winterruhe gesunder erwachsener Tiere können nach meiner Erfahrung Temperaturen von ungefähr 10 bis 16 °C geeignet sein. Die Absenkung muss schrittweise erfolgen. Kranke, geschwächte, untergewichtige oder nicht ausreichend vorbereitete Tiere sollten nicht in eine ausgeprägte Winterruhe versetzt werden.

Luft- und Wassertemperatur sollten mit zuverlässigen, getrennten Thermometern kontrolliert werden. Sinnvoll sind zusätzlich Geräte, die die höchsten und niedrigsten gemessenen Werte speichern.

Entscheidend ist nicht ein einzelner perfekter Temperaturwert, sondern ein stabiles Gefälle, in dem die Kröten selbst zwischen Wärme, Abkühlung und geschützten Rückzugsorten wählen können.


Abwechslungsreiches Lebendfutter

Coloradokröten sind Fleischfresser und reagieren vor allem auf sich bewegende Beute. Deshalb füttere ich ausschließlich geeignetes Lebendfutter. Abwechslung ist dabei wichtiger, als dauerhaft nur eine einzige Futtertierart anzubieten.

In meiner Haltung verwende ich unter anderem Heuschrecken, Grillen und Heimchen, verschiedene geeignete Schabenarten wie Blaptica dubia, Mehlwürmer, Zophobas und gelegentlich Bienenmaden.

In der Natur leben die Kröten ebenfalls in einem Umfeld, in dem ständig unterschiedliche Insekten und andere kleine Beutetiere vorhanden sind. Deshalb finde ich es nicht grundsätzlich problematisch, wenn geeignete Futtertiere dauerhaft im Terrarium leben und sich dort teilweise auch vermehren.

Für mich gehört dies sogar zum Permakultur-Gedanken: Das Terrarium soll nicht nur ein leerer Behälter sein, in den gelegentlich Futter gesetzt wird, sondern möglichst ein lebendiger Kreislauf mit Bodentieren, Futterinsekten, Pflanzen, Mikroorganismen und den Kröten selbst.

Dadurch können die Kröten auch außerhalb der eigentlichen Fütterungszeiten selbstständig jagen. Sie müssen ihre Beute suchen, beobachten und verfolgen. Dies fördert Bewegung und entspricht ihrem natürlichen Verhalten besser, als wenn das gesamte Futter ausschließlich in einer glatten Schale angeboten wird.

Wichtig ist jedoch, nur geeignete Futtertiere einzusetzen und ihre Entwicklung im Terrarium regelmäßig zu beobachten. Die Population darf nicht so stark anwachsen, dass das Gleichgewicht im Becken verloren geht oder zu viel Futter, Kot und abgestorbenes Material entsteht.

Besonders wichtig ist außerdem, dass die Futterinsekten nicht aus dem Terrarium entkommen können. Lüftungsöffnungen, Kabeldurchführungen, Schiebetüren und andere mögliche Fluchtwege müssen deshalb sorgfältig gesichert werden. Andernfalls können sich Grillen, Heimchen, Schaben oder andere Futtertiere in der Wohnung verbreiten.

Die im Terrarium lebenden Futtertiere benötigen ebenfalls geeignete Nahrung. Kleine Mengen frisches Grünfutter, Gemüse, Laub oder anderes passendes Futter können an geschützten Stellen angeboten werden. Feuchte Lebensmittel sollten kontrolliert und rechtzeitig entfernt werden, bevor Schimmel oder Fäulnis entsteht.

Mehlwürmer, Zophobas und Bienenmaden füttere ich nur in begrenzter Menge. Sie sind energiereich und sollten deshalb nicht den Hauptbestandteil der Ernährung bilden. Als häufiger verwendetes Grundfutter eignen sich nach meiner Erfahrung insbesondere Heuschrecken, Grillen, Heimchen und geeignete Schabenarten.

Je nach Futterzusammensetzung, Beleuchtung, Alter und Gesundheitszustand der Kröten kann eine ergänzende Versorgung mit geeigneten Mineralstoffen und Vitaminen sinnvoll sein. Eine Supplementierung sollte kontrolliert erfolgen und nicht nach dem Grundsatz „mehr ist besser“.

Da regelmäßig größere Mengen an Futtertieren benötigt werden, kann sich zusätzlich eine eigene Futtertierzucht lohnen. Sie senkt die laufenden Kosten, verkürzt Transportwege und ermöglicht eine bessere Kontrolle über Ernährung, Haltung und Qualität der Futtertiere.

Ein dauerhaft lebender Bestand geeigneter Futterinsekten kann Teil eines naturnahen Terrariums sein, solange das Gleichgewicht kontrolliert wird und zuverlässig verhindert wird, dass sich die Tiere außerhalb des Terrariums verbreiten.


Kröten und Urlaub

Auch bei längerer Abwesenheit muss die Versorgung der Kröten zuverlässig sichergestellt sein. Eine Lösung, die ich dafür nutze, ist ein lebender Futterspender direkt im Terrarium.

Dafür verwende ich eine ausreichend große Kunststoffbox, in der Mehlwürmer und Zophobas leben und sich vermehren können. Die Box wird teilweise in den Bodengrund eingelassen und ist mit vielen kleinen Löchern versehen. Durch diese Öffnungen gelangen nach und nach einzelne Mehlwürmer und Zophobas-Larven ins Terrarium und stehen den Kröten dort als lebende Beute zur Verfügung.

Die Löcher sind bewusst so klein gewählt, dass die größeren Käfer nicht hindurchpassen und in der Zuchtbox bleiben. Dort sorgen sie durch Eiablage für den Nachwuchs. Die daraus entstehenden Larven entwickeln sich in der Box weiter und können später durch die kleinen Öffnungen ins Terrarium gelangen.

Die Futtertiere kommen dadurch nicht alle gleichzeitig heraus. Über einen längeren Zeitraum gelangen immer wieder einzelne Larven ins Terrarium, sodass die Kröten auch während einer begrenzten Urlaubsphase selbstständig jagen können. Die Box funktioniert damit wie ein natürlicher und sich teilweise selbst erneuernder Futterspender.

Damit dieses Prinzip zuverlässig funktioniert, muss sich bereits vor der Abreise eine ausreichend große und stabile Population in der Box entwickelt haben. Die Futtertiere benötigen geeigneten Bodengrund und ausreichend Nahrung, damit sie sich weiter vermehren können. Geeignet sind beispielsweise Kleie, Haferflocken, Komposterde und kleine Mengen geeigneter Gemüse- oder Pflanzenreste.

Feuchtes Obst oder Gemüse sollte nur sparsam angeboten und regelmäßig kontrolliert werden, damit das Substrat nicht vernässt und kein Schimmel entsteht. Gleichzeitig benötigen die Futtertiere eine gewisse Feuchtigkeit, die beispielsweise durch kleine Mengen Gemüse eingebracht werden kann.

Die Box muss sicher verschlossen und ausreichend belüftet sein. Die vielen kleinen Öffnungen müssen groß genug sein, damit Mehlwürmer und Zophobas-Larven nach und nach hindurchgelangen können. Gleichzeitig dürfen die Kröten keinen Zugang zum Inneren der Box erhalten.

Besonders wichtig ist außerdem, dass das gesamte Terrarium ausbruchsicher ist. Lüftungsöffnungen, Türen, Schiebetüren, Kabeldurchführungen und andere mögliche Fluchtwege müssen so gesichert sein, dass sich die Futtertiere nicht außerhalb des Terrariums in der Wohnung verbreiten können.

Auf diese Weise entsteht ein kleiner Kreislauf: Die Käfer bleiben in der Box und sorgen für Nachwuchs. Die Larven wachsen heran, verlassen die Box nach und nach durch die kleinen Löcher und werden von den Kröten im Terrarium selbstständig gejagt.

Für mich ist diese Lösung ein praktischer Bestandteil des Permakultur-Gedankens im Terrarium. Sie verbindet die eigene Futtertierzucht mit einer naturnahen Beschäftigung und Versorgung der Kröten.

Der lebende Futterspender kann die Fütterung während einer begrenzten Urlaubsphase deutlich erleichtern. Trotzdem sollten Wasser, Temperatur, Beleuchtung und Technik weiterhin regelmäßig von einer zuverlässigen Person kontrolliert werden.

Die Futterbox funktioniert wie ein natürlicher, sich teilweise selbst erneuernder Futterspender: Die Käfer bleiben zur Vermehrung in der Box, während Mehlwürmer und Zophobas-Larven nach und nach durch die kleinen Öffnungen ins Terrarium gelangen.


Sind die Kröten laut – bekomme ich Ärger mit den Nachbarn?

Im Vergleich zu vielen heimischen Krötenarten empfinde ich die Rufe der Bufo-Alvarius-Kröten als eher leise. Heimische Kröten können teilweise ein deutlich hörbares „Öök“ oder „Ük“ von sich geben, das auch über eine größere Entfernung wahrnehmbar ist.

Der Ruf der Bufo-Alvarius-Kröte klingt nach meiner Wahrnehmung eher wie ein schwaches, kurzes oder etwas länger gezogenes „Üüürng“ beziehungsweise „Üdürg“. Meistens ist er nicht besonders laut und wird nur gelegentlich abgegeben.

Während der Paarungszeit können die Männchen jedoch häufiger rufen, insbesondere wenn sich mehrere Männchen im selben Terrarium befinden und um die Aufmerksamkeit der Weibchen konkurrieren. In dieser Phase können die Rufe zeitweise wiederholt auftreten.

Manchmal kommt es auch vor, dass ein Männchen auf einem anderen Männchen sitzt. Das untere Tier gibt dann häufig einen kurzen Abwehrruf von sich. Für mich klingt dieser Ruf sinngemäß fast wie:

„Geh von mir herunter – ich bin ebenfalls ein Männchen und möchte nicht von dir umklammert werden.“

Das ist natürlich nur meine persönliche, bildhafte Interpretation des Verhaltens.

Sollten die Rufe in einer bestimmten Phase tatsächlich als störend empfunden werden, kann es helfen, einzelne Tiere vorübergehend zu trennen oder das rufende Tier für kurze Zeit in einem geeigneten Ausweichterrarium unterzubringen.

Wie stark die Rufe außerhalb des Terrariums wahrgenommen werden, hängt auch vom Standort, von der Raumakustik, von der Anzahl der Tiere und von der Entfernung zu den Nachbarn ab. In einem hellhörigen Gebäude kann selbst ein eher leiser Ruf stärker auffallen als in einem freistehenden Haus oder gut gedämmten Nebenraum.

Nach meiner Erfahrung sind die Kröten im Alltag wesentlich leiser als viele Hunde oder andere Haustiere. Trotzdem sollte man bei der Wahl des Standorts Rücksicht auf das eigene Umfeld nehmen.

Bei ausreichend Platz, einer passenden Gruppenzusammensetzung und einem geeigneten Standort sind die gelegentlichen Rufe nach meiner Erfahrung normalerweise kein ernsthaftes Problem für die Nachbarschaft.


Heimchen- und Schabenzucht im Terrarium

Auch bei wenigen Kröten können die laufenden Kosten für Lebendfutter erheblich sein. Deshalb lohnt es sich, Heimchen und geeignete Schabenarten selbst zu züchten.

Eine klassische Futtertierzucht kann in getrennten Kunststoffboxen erfolgen. In meiner Haltung verwende ich dafür je nach Futtertierart kontrollierte Wärmebereiche von ungefähr 28 bis 32 °C. Besonders interessant finde ich jedoch eine kleine Futtertierzucht direkt im Terrarium.

Dadurch befinden sich dauerhaft geeignete Beutetiere im Lebensraum der Kröten. Die Tiere können auch nachts selbstständig jagen und müssen nicht ausschließlich auf einzelne Fütterungszeiten warten. Das entspricht meinem Gedanken eines möglichst lebendigen und naturnahen Terrariums.

Für diesen Zweck habe ich einen Futter- und Zuchtturm aus mehreren senkrecht angeordneten Eierkartons gebaut. Die vielen Zwischenräume bieten Heimchen und Schaben auf kleiner Grundfläche zahlreiche geschützte Aufenthaltsorte.

Unter dem Turm befindet sich eine durchlöcherte Abtrennung. Darunter liegt ein geeigneter, leicht feuchter Bereich zur Eiablage. Weibliche Heimchen können ihren Legestachel durch die kleinen Öffnungen führen und die Eier geschützt im darunterliegenden Substrat ablegen.

Die erwachsenen Heimchen können diesen Bereich nicht direkt erreichen. Dadurch sind die Eier besser vor dem Gefressenwerden geschützt und die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Nachzucht steigt.

Auch geeignete Schabenarten nutzen die engen Zwischenräume der Eierkartons als geschützte Rückzugs- und Vermehrungsbereiche. Auf diese Weise lässt sich auf kleiner Fläche eine große nutzbare Oberfläche schaffen.

Die Futtertiere benötigen ebenfalls geeignete Nahrung und eine kontrollierte Feuchtigkeitsversorgung. Futterreste sollten regelmäßig überprüft werden, damit kein Schimmel oder Fäulnis entsteht. Gleichzeitig muss die Konstruktion ausreichend belüftet und bei Bedarf gut zu reinigen sein.

Wichtig ist außerdem, das gesamte Terrarium ausbruchsicher zu gestalten. Lüftungsöffnungen, Schiebetüren, Kabeldurchführungen und andere Spalten müssen so gesichert sein, dass sich Heimchen oder Schaben nicht in der Wohnung verbreiten können.

Für mich ist diese Form der Futtertierzucht ein wichtiger Bestandteil des Permakultur-Gedankens: Die Futtertiere leben und vermehren sich innerhalb des Terrariums, während die Kröten jederzeit die Möglichkeit haben, natürliches Jagdverhalten auszuleben.

Der Futter- und Zuchtturm verbindet auf kleinem Raum Schutz, Vermehrung und eine dauerhafte Bereitstellung lebender Beutetiere für die Kröten.


Kannibalismus bei Jungkröten

Bei meiner Nachzucht habe ich beobachtet, dass sich die Tiere aus demselben Laich sehr unterschiedlich schnell entwickeln. Obwohl sie ungefähr zur gleichen Zeit geschlüpft sind, können manche Jungkröten nach wenigen Wochen bereits deutlich größer sein als ihre Geschwister.

Diese Größenunterschiede wirken sich auch auf die Ernährung aus. Sehr kleine Jungkröten benötigen zunächst entsprechend kleine Futtertiere, beispielsweise kleine Fliegen, Springschwänze oder sehr kleine Würmer. Größere Jungtiere können dagegen schon deutlich größere Beutetiere bewältigen.

Trotz eines ausreichenden Futterangebotes kann es vorkommen, dass eine größere Jungkröte eine wesentlich kleinere Kröte aufgrund ihres Jagd- und Fressreflexes als Beute wahrnimmt und verschlingt. Das geschieht nach meiner Beobachtung nicht aus Aggression, sondern weil sich die kleinere Kröte bewegt und von ihrer Größe her in das Beuteschema des größeren Tieres passt.

Was einmal weit genug in den Rachen gelangt ist, kann von der Kröte häufig nicht mehr gezielt ausgespuckt werden. Der Vorgang lässt sich dann kaum noch unterbrechen. Deshalb sollte man nicht erst eingreifen, wenn ein Tier bereits gepackt wurde.

Besonders in den ersten Wochen nach der Umwandlung sollte die Größenentwicklung der Jungkröten aufmerksam beobachtet werden. Sind einzelne Tiere bereits wesentlich größer und kräftiger als andere, ist es sicherer, die Nachzucht vorübergehend nach Körpergröße in verschiedene Gruppen aufzuteilen.

Auch ausreichend Futter, mehrere Futterstellen, viele Verstecke und eine gute Strukturierung des Beckens können das Risiko verringern. Sie bieten jedoch keine vollständige Sicherheit, wenn ein sehr kleines Tier gemeinsam mit einer deutlich größeren Jungkröte gehalten wird.

Bei meinem ersten Laich konnte ich außerdem beobachten, dass bereits geschlüpfte Kaulquappen an der Gallertmasse eines später abgelegten Laiches fraßen. Ob dabei ausschließlich die Gallertmasse oder auch Eier beziehungsweise sehr junge Entwicklungsstadien aufgenommen wurden, konnte ich nicht in jedem Fall eindeutig feststellen. Unterschiedlich weit entwickelte Laiche sollten deshalb aufmerksam beobachtet und bei Bedarf getrennt werden.

Nach meiner Erfahrung tritt der Kannibalismus bei den Jungkröten vor allem während einer begrenzten frühen Entwicklungsphase auf. Sobald die Tiere größer geworden sind und die extremen Größenunterschiede abnehmen, werden kleinere Artgenossen häufig nicht mehr als passende Beute wahrgenommen.

Auf dem Bild ist beispielsweise eine vergleichsweise kleine Kröte ruhig zwischen mehreren deutlich größeren Tieren zu sehen. In dieser Situation wurde sie von den größeren Kröten vollständig akzeptiert und nicht mehr als Beute betrachtet.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede gemischte Gruppe automatisch sicher ist. Die Tiere müssen weiterhin regelmäßig beobachtet werden. Entscheidend sind die tatsächlichen Größenverhältnisse, das Verhalten während der Fütterung und die Frage, ob ein kleineres Tier theoretisch noch in das Maul eines größeren passen könnte.

Deutliche Größenunterschiede bei jungen Kröten sollten ernst genommen werden. Eine vorübergehende Trennung nach Körpergröße ist die sicherste Möglichkeit, Verluste durch einen unbeabsichtigten Fressreflex zu verhindern.